feedback

Während in der 8. Folge erfolgreiche Rückmeldungen im Rahmen von Kleingruppenarbeit erläutert wurden, geht es in dieser Folge um Anregungen für die Gestaltung von Feedback während des Unterrichtsgesprächs. Auch in die Direkte Instruktion (nicht zu verwechseln mit Frontalunterricht!) kann man ein Feedback der Lernenden untereinander integrieren. Im Wesentlichen geht es bei dieser Strategie darum, den Schülerinnen und Schülern mehr Sprechanteile und vor allem mehr Zeit für den Auf- und Ausbau von Lernprozessen einzuräumen.

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Schülerinnen und Schüler ihre Leistungen deutlich verbessern können, wenn sie häufiger zu Wort kommen und vor allem, wenn sie dabei miteinander ins Gespräch kommen. Den Empfehlungen entsprechend, sollte man den Lehrervortrag nach wenigen Minuten unterbrechen, um den Lernenden Gelegenheit zu geben, sich im Tandem zu den dargebotenen Inhalten auszutauschen, und zwar bieten sich folgende Verfahren an:

1. Die Lehrperson hat eine inhaltsbezogene Frage zu dem soeben dargebotenen neuen Lernstoff gestellt. Die Lernenden suchen nach einer Antwort und diskutieren sie mit einem Tandempartner. Dabei haben die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, sich wechselseitig zu korrigieren. Am Ende einer solchen etwa 2-3 Minuten dauernden Phase wird die Antwort auf die gestellte Lehrerfrage im Plenum besprochen.

2. Die Schülerinnen und Schüler können im Tandem auch miteinander darüber sprechen, welche Verbindung(en) sie zwischen dem neuen Lernstoff und ihrem Vorwissen bzw. ihren vorangegangenen Lernerfahrungen herstellen können.
Auch hier erfolgt am Ende der kurzen Feedback-Phase eine Erörterung im Plenum, bevor die Lehrperson mit der Darbietung oder Präsentation fortfährt.

3. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die Lernenden der Tandempartnerin oder dem -partner mit ihren eigenen Worten den soeben eingeführten Stoff erklären. Dieses sogenannte Re-Teachen gilt als besonders lernwirksam, weil Peers untereinander leichter den richtigen Ton finden, insbesondere um komplexere Zusammenhänge „unter die Leute zu bringen.“

4. Die Schülerinnen und Schüler können die Pause aber auch dazu nutzen, sich wechselseitig Verständnisfragen zu stellen. Oft können Tandempartner sich untereinander helfen. Wenn nicht, bringt der Kontakt zu einem anderen Tandem sie möglicherweise weiter, bevor sie sich an die Lehrperson wenden.